Loving Highsmith

Ein Film von Eva Vitija
10. März 2022

Die Liebe und ihr prägender Einfluss auf die Identität sind der heimliche Nährboden für die Werke von Patricia Highsmith. Neben komplexen psychologischen Kriminalromanen wie «The Talented Mr Ripley» oder «Strangers on a Train» schreibt die weltbekannte Autorin mit «The Price of Salt/Carol» Literaturgeschichte: Zum ersten Mal endet eine Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen nicht in einem Desaster. Doch Patricia Highsmith kann den 1952 erscheinenden Roman nur unter Pseudonym herausbringen. Zeitlebens sieht sie sich gezwungen, vor ihrer Familie in Texas wie vor der Öffentlichkeit geheim zu halten, dass sie lesbisch ist. Wie viele ihrer Romanfiguren führt sie ein Doppelleben. Über ihr bewegtes Liebesleben – ein für sie immer präsentes Thema – schreibt Patricia Highsmith nur in ihren Tage- und Notizbüchern.

Diese wurden nach ihrem Tod in einem Wäscheschrank in ihrem Haus im Tessin gefunden, wo sie die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte. Regisseurin Eva Vitija stützt sich auf diese Schriften. Darüber hinaus ist es ihr gelungen, ehemalige Freundinnen und die Familie von Patricia Highsmith für ihren Kinofilm «Loving Highsmith» zu gewinnen. Entstanden ist eine faszinierende Liebesbiografie, die ins Land der Obsessionen, der doppelten Identität, der Geheimisse und der Sehnsüchte von Patricia Highsmith führt: Ein Film, der ein neues, zuweilen romantisches und poetisches Licht auf eine der schillerndsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts wirft.

Solothurner Filmtage 2022
Eröffnungsfilm
Nomination Prix de Soleure

Details zum Film

Regie

Eva Vitija

Mit

Patricia Highsmith

Genre

Dokumentarfilm

Land, Jahr, Dauer

CH/DE 2022, 85'

Jugendfreigabe

12

Format

Medienstimmen

«Ein auf jeder Ebene ambitioniert und einfallsreich gestalteter Dokumentarfilm auf internationalem Niveau – und gerade darum eine überzeugende Liebeserklärung, weil er Schmerz, Angst und Verletzung nicht ausspart. Mitreissend und begeisternd.» SRF Kultur 

«Auf sorgfältige Weise zeichnet dieser Film das Bild einer Künstlerin, die nur in seltenen Fällen ihr Liebesglück mit Frauen leben konnte.» Tages-Anzeiger 

«Ein berührendes Porträt.» Kulturtipp

«Sehr schön und elegant gemacht. Er berührt und ergänzt das Bild der alten, verbitterten und zurückgezogenen Autorin, um das einer schönen, jungen und lebenshungrigen Frau mit lesbischen Lieb- und Leidenschaften.» Radio SRF 2 Kultur

«Eine wunderschöne Hommage an die Liebe zwischen Frauen. Und eine intensive und emotionale, vielgestaltige Reise durch die künstlerische und menschliche Welt einer der faszinierendsten Schriftstellerinnen der globalen Literaturlandschaft, eine Welt voller Obsessionen, Geheimnisse und Leidenschaft.» cineuropa 

«Diese 83 Minuten sind eine Wohltat. Weil sie das Bild von Highsmith, die vielfach nur als zwar griesgrämige, aber brillante «Thriller-Autorin» wahrgenommen wurde, umkrempeln. Weil LOVING HIGHSMITH eine leidenschaftliche Frau voller Zerwürfnisse zeigt, die ebenso freizügig wie verkappt mit ihrer Homosexualität und ihrer Identität umgegangen ist. Und weil diese Ambivalenz so verdammt gut in die heutige Zeit, in die polarisierte Gesellschaft passt.» Saiten – Ostschweizer Kulturmagazin

Kinos

Ilanz, Cinema Sil Plaz
Vevey, Astor
Zürich, KOSMOS