Little Joe

Ein Film von Jessica Hausner
23. Januar 2020

Little Joe ist eine purpurrote Blume, die Menschen glücklich macht. Alles, was sie braucht, ist Wärme, Wasser und tägliche Zuwendung. Wenn man liebevoll mit ihr redet, verbreitet sie ihren betörenden Duft. Sie sendet das Hormon Oxytocin aus, welches auch die Bindung zwischen Mutter und Kind verstärkt. Erschaffen wurde die zarte Pflanze von der Gentechnikerin Alice. Kurz vor der offiziellen Zulassung nimmt Alice heimlich ein Exemplar für ihren Sohn Joe nach Hause, sie benennt die Schöpfung sogar nach ihm. Denn seit der Trennung von Joes Vater und weil sie vor lauter Arbeit kaum Zeit hat, wendet sich der Teenager zunehmend von ihr ab. Doch die erwünschte Wirkung bleibt aus. Mehr noch: Das Gewächs scheint ein Eigenleben zu entwickeln, und je stärker es Joe an sich bindet, umso weiter entfernt sich dieser von seiner Mutter. Überhaupt alle, die mit der neuartigen Züchtung Kontakt haben, verändern sich auf seltsame Weise. Ist dieses Glück im Blumentopf wirklich so harmlos? Oder ist Alice einfach so überarbeitet, dass sie sich gewisse Dinge einbildet?

In wunderschön komponierten Bildern und mit feiner Ironie gespickt, inszeniert die österreichische Regisseurin Jessica Hausner eine kluge und vielschichtige Metapher auf unsere Gesellschaft, die fast schon besessen nach dem eigenen, perfekten Glück strebt. Der kühle Stil der Bildsprache gepaart mit dem Element des Unheimlichen macht den Film zum herrlich beklemmenden Kinovergnügen. Die Hauptdarstellerin Emily Beecham wurde für ihre herausragende schauspielerische Leistung an den Internationalen Filmfestspielen von Cannes als Beste Darstellerin ausgezeichnet.

Festival de Cannes 2019
Beste Darstellerin

Details zum Film

Regie

Jessica Hausner

Mit

Emily Beecham, Ben Whishaw, Kerry Fox

Genre

Science-Fiction, Drama

Land, Jahr, Dauer

AT/UK/DE 2019, 105'

Jugendfreigabe

Format

DCP, Farbe, Flat, Dolby Digital 5.1

Medienstimmen

«Hypnotisch unheimlich.» Los Angeles Times

«Ein finsteres Vergnügen.» Ion Cinema

«Teuflisch beunruhigend.» AV Club

«Dieser Film tut für Gewächshäuser, was ‹Psycho› für Duschen tat.» Indiewire

«Hausners Bio-Science-Fiction ist so kalt wie scharf beobachtet und dabei nicht ohne Humor, wenn auch von der tiefschwarzen Sorte.» Viennale

«Ein stylischer Psychothriller. Wer Blumen mag, sollte sich den Film anschauen. Wer Blumen nicht mag, erst recht.» OutNow

«Ein klinisch stilisierter Kommentar über den Grössenwahn der Menschheit und die Kommerzialisierung des Glücks.» Screendaily

Kinos