Goliath

Ein Film von Dominik Locher
30. November 2017

Zarte Gesten, verträumte Blicke: Losgekoppelt vom Rest der Welt leben David und Jessy glücklich in ihrer einfachen Zweizimmerwohnung in der Agglomeration. Doch ihre Liebe wird auf die Probe gestellt, als Jessy ungeplant schwanger wird. Bei David löst die Vorstellung, Vater zu werden, Panik aus. Als das Paar einige Tage später in der S-Bahn angegriffen wird und David seine Freundin nicht schützen kann, wächst seine Angst, als Mann nicht zu genügen. Verzweifelt beginnt der sportliche David, sich Anabolika zu spritzen und exzessiv Gewichte zu stemmen. Mit den neuen Muskeln fühlt er sich stark und souverän. Bald jedoch entwickelt er aggressive Züge und wird zur Bedrohung für Jessy und das ungeborene Kind.

«Goliath», der zweite Spielfilm von Regietalent Dominik Locher («Tempo Girl»), feierte im Wettbewerb des Locarno Festival 2017 Weltpremiere. Der Film thematisiert rasant und erbarmungslos die hochaktuelle Problematik der Suche nach einer männlichen Identität. Sven Schelker («Der Kreis») legte für seine Rolle als David 9 Kilo an Muskelmasse zu - eine physische Transformation, die sich in seiner Körperhaltung niederschlägt und dem eindringlichen Schauspiel zusätzliche Kraft verleiht. Jasna Fritzi Bauer («About a Girl») glänzt in der Rolle der kreativen Jessy, die hin- und hergerissen ist zwischen der heftigen Liebe einer jungen Frau zu ihrem Freund und dem Beschützerinstinkt einer werdenden Mutter.

Festival Locarno 2017
Internationaler Wettbewerb

Details zum Film

Regie

Dominik Locher

Mit

Sven Schelker, Jasna Fritzi Bauer, José Barros

Genre

Drama

Land, Jahr, Dauer

CH 2017, 87'

Jugendfreigabe

14, ZH: J/14

Format

DCP, Farbe, Scope, Dolby Digital 5.1

Partner

Cineman
Coopzeitung
Männer.ch
Schweizerischer Katholischer Frauenbund

Medienstimmen

«GOLIATH blickt in die Abgründe des Machotums, das in Zeiten autoritärer Führer wie Trump und Putin Konjunktur hat.» NZZ am Sonntag

«Regisseur Dominik Locher und sein Drehbuch-Koautor Ken Zumstein verlieren keine Zeit. Die Exposition des Films ist schnell, präzise und radikal. Locher legt in den ersten Szenen ein souveränes Tempo hin.» SRF

«Er ist böse, scharf und sehr, sehr sexy. Er fackelt nicht rum, er schlägt zu. In seinen gewaltfreien Sequenzen ist er bedrohlich. Und dazwischen rührend, hilflos und verzweifelt.» watson.ch

«Der 35-Jährige Zürcher gehört zu einer neuen Generation von Cineasten, die nicht affirmativ Swissness zelebrieren, sondern sich kritisch und in rauer Bildsprache mit der Heimat auseinandersetzen.» NZZ am Sonntag